Aktuelle Seite: HomeÜber unsGeschichteChronik 1922 - 1949
Bau der Kriegergedächtnisklause

Der Verein gedachte aber auch der 16 Männer aus dem Moor, die ihr Leben im vergangenen Krieg verloren hatten. In vielen Familien herrschte noch immer große Trauer. Es bot sich alsbald die Gelegenheit, diesem Gedenken Ausdruck zu geben. Das einfache, schlichte Wegekreuz im Moor, von der Familie Craayvanger Aschendorferweg seinerzeit gestiftet, war nach den Jahren „vollständig verwittert und drohte umzufallen“. In einer eigens dafür einberufenen Versammlung, zu der auch die übrige Bevölkerung eingeladen war, sollten Wege gefunden werden, das Kreuz zu erneuern. Im Laufe der Diskussion kam aus den Reihen des Gesangvereins der Vorschlag, anstelle des Kreuzes eine Klause zu errichten. Das Holzkreuz sollte von einem Fachmann instand gesetzt und innerhalb der Klause wieder aufgestellt werden. Man einigte sich schnell auf die Anregung des Dirigenten, die Klause den Gefallenen der Schulgemeinde zu weihen.
KriegergedächtnisklauseDie junge Gemeinschaft hatte sich mit dem Bau der Kriegergedächtnisklause eine für damalige Zeiten große Aufgabe gestellt. Das war im Jahre 1924, nur ein paar Jahre nach Gründung des Vereins.

Durch Vermittlung des Pfarrers Witte aus Aschendorf entwarf der Regierungsbaumeister Henseler aus Münster die Baupläne für die Klause. Als ein großes Problem sollte sich die Beschaffung der finanziellen Mittel erweisen: Bernhard Köhne und Vereinswirt Bernard Behrens suchten in Aschendorf und Papenburg erfolgreich großzügige Spender. Die Sangesbrüder führten Theaterstücke auf, deren Einnahmen sie dem Anliegen zur Verfügung stellten. Das so gesammelte Geld wurde aber „durch die hohe Inflation völlig wertlos“. Wie es im Beitrag zur Schulchronik heißt, versuchten Bernhard Köhne und Bernard Behrens im Winterhalbjahr 1924/25 erneut, Mittel für die Klause zu beschaffen.
Endlich konnte der Bau beginnen. Die Maurerarbeiten führte der Baumeister Abraham Wichmann aus. Die Ausmalung der Kapelle übernahm der Künstler Julius Wolter aus Bokel. Die beiden Tafeln mit den eingeschnitzten Namen der 16 Gefallenen fertigte der Bildhauer Heller aus Lathen. Alle anderen Arbeiter wurden unentgeltlich von den Mitgliedern des Gesangvereins ausgeführt.

Am 5. Mai 1925, 14 Tage vor der feierlichen Einweihung, schrieb die Ems-Zeitung:

„Die Gedächtnisklause für die 16 Gefallenen der hiesigen Schulgemeinde ist nahezu fertig. Augenblicklich ist der Kunstmaler, Herr Wolter, damit beschäftigt, die Klause auszumalen. Der künstlerisch stark naturalistisch polychromierte Christus-Korpus, in der dunkel violett gehaltenen Nische, umspielt von den Lichtreflexen des in Goldrahmen eingefassten rötlichen Fenster im Hintergrunde, macht auf jeden Beschauer einen unvergesslichen Eindruck. Auf die Malerei kommen wir noch zurück, sobald die Arbeiten etwas weiter fortgeschritten sind. Wie man uns mitteilt, soll die Einweihung am 17. Mai stattfinden und sind die Einladungen an die verschiedenen Vereine in Papenburg und Umgebung bereits ergangen“.

Weiter dazu heißt es in der Ausgabe der Ems-Zeitung vom 18. Mai 1925:

Einweihung des Kriegerdenkmals in Aschendorfermoor"
Begünstigt vom schönsten Maiwetter konnte gestern die Enthüllung der Kriegergedächtnisklause in Aschendorfermoor vor sich gehen. Gegen 3 Uhr rückten die verschiedenen Vereine zur Teilnahme an der Feier an. Treffpunkt war die Wirtschaft zur Waldlust. 3 ½ Uhr bewegte sich der Festzug, an dem 7 Vereine mit ihren Fahnen teilnahmen, zur neu errichteten Klause, die schon von zahlreichen Zuschauern umlagert wurde. Der Gesangverein Aschendorfermoor, Leiter Herr Lehrer Köhne, eröffnete den Festakt mit dem Liede: Wie sie so sanft ruhn...“. Fräulein Behrens sprach alsdann einen Prolog zum Gedenken der Gefallenen. Danach bestieg Herr Landrat Behnes die Rednertribüne, um die eigentliche Festrede zu halten. (...) Herr Lehrer Köhne begrüsste im Namen der Gesangvereins – der der eigentliche Erbauer der Klause ist – den Herrn Landrat und die verschiedenen Vereine. Er dankte allen Helfern aus Aschendorf und Papenburg, besonders dem Herrn Schulte-Eissing, der aus Gesundheitsrücksichten der Feier fernbleiben musste. Dank sprach der Redner auch dem Erbauer der Klause, Herrn Maurermeister Wichmann, den Künstlern Heller und Wolter, deren Händen die Innenausstattung der Kapelle entstammt (...)."

Vier Jahre später wurde in den Gartenanlagen des Vereinslokals Waldlust im Jahre 1929 ein Zeltfest gefeiert, dessen Erlös einem Bericht der Ems-Zeitung zufolge der „Renovierung der Kriegergedächtnisklause“ zu Gute kommen sollte. Wir dürfen aber annehmen, dass es sich hierbei eher um eine Vervollständigung oder eine Verschönerung der Anlage gehandelt haben könnte, da die Klause erst im Jahre 1925 fertiggestellt worden war. Wir dürfen davon ausgehen, dass dies das erste Sommerfest in der Vereinsgeschichte war, das in den Gartenanlagen des Vereinslokals Waldlust gefeiert wurde.  

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