Aktuelle Seite: HomeÜber unsGeschichteChronik 1922 - 1949

 

Gründung des Vereins

In den Quellen zur Vereinsgeschichte treten hinsichtlich des Gründungsdatums sich widersprechende Angaben auf. Die Chronik der Moorschule gibt das Jahr 1921 an. Dagegen veröffentlicht die Ems-Zeitung (Ausgabe 30. Juli 1930)eine Anzeige, in der zum Sommerfest in Verbindung mit dem 10jährigen Bestehen des Vereins eingeladen wird. Auf der Vereinsfahne ist demgegenüber das Jahr 1922 festgeschrieben, auf das sich das jetzt anstehende Jubiläum bezieht.

Inserat in der Ems-Zeitung am 30. Juli 1930
Inserat in der Ems-Zeitung am
30. Juli 1930

Zweifelsfrei dokumentiert ist jedoch, dass die Gründung fest mit dem Namen eines Mannes verbunden ist, und zwar mit dem des damaligen Leiters der Moorschule, Lehrer Bernhard Köhne.
Herr Köhne stammte gebürtig aus Lingen an der Ems. Als Nachfolger des im Krieg gefallenen ersten Lehrers der Schule, Herrn Felix Ekowsky, kam er in das politisch zu Aschendorf gehörende Aschendorfermoor. Nach den Sommerferien nahm er den Schuldienst am 1. Oktober 1914 auf. Lange konnte Lehrer Köhne nicht an der Moorschule unterrichten.

In der Schulchronik heißt es dazu:

"Am 27. Januar 1916 wurde der Lehrer Köhne zur Fahne einberufen. Auf Anordnung der Königlichen Regierung besuchten die Kinder vom 28. Februar an wieder die Schule am Aschendorferweg"
Am 1. März 1920 kam Lehrer Bernhard Köhne nach mehr als vier Jahren aus Krieg und französischer Gefangenschaft zu seiner Familie und seinen Schulkindern zurück.

Infolge des Krieges und der anschließenden Revolution hatten viele grundlegenden Werte und Normen ihre Gültigkeit verloren. Zugewanderte junge Arbeiter, die in Papenburger Industriebetrieben beschäftigt waren, trugen fortschrittliche Ideen politischer Bewegungen in das konservative Aschendorfermoor.

"Um diesen Anschauungen unauffällig entgegenzutreten, gründete Lehrer Köhne im Moor einen Gesangverein, dem die meisten jungen Männer von Aschendorfermoor beitraten"

Bernhard Köhne war ein sehr geselliger und aufgeschlossener Mann, der gerne Menschen um sich hatte. So dürfen wir annehmen, dass dies sicherlich auch zur Vereinsgründung beigetragen hat.

Erste Vereinsnadel

Hier die Namen der 12 jungen Männer, die den Anfang machten:

Abel Norda - Heinrich Engeln - Lukas Engeln
Johann Maass - Adolf Rosema - Albert Weiland
Bernard Behrens - Andreas Lammers - Hermann Engeln
Gerhard Lange - Johann Post - Wilhelm Nee


Die Sängergemeinschaft nannte sich in den ersten Jahren "Gesangverein Cäcilia Aschendorfermoor"

Der bislang in Vergessenheit geratene Name wurde durch einen glücklichen Zufall wieder entdeckt. Heinz Meiners aus Aschendorfermoor fand kürzlich ein Abzeichen mit entsprechender Aufschrift. Das Emblem wurde von unserem Sangesbruder Wolbert Engeln, der seit 1924 aktiver Sänger unseres Vereins ist, eindeutig als erstes Abzeichen erkannt.

Die Sänger trafen sich Samstag abends im Vereinslokal „Waldlust“, weil in der Woche meist die Zeit fehlte. Der Gesangverein wurde von Bernhard Köhne geleitet und Heinrich Engeln übernahm das Amt des Liedervaters. Die erste Partitur, die der Dirigent mit seinen Sängern einstudierte, war das Lied „Wie ein stolzer Adler“ von Ludwig Spohr. Als Musikinstrument diente die alte Schulgeige, da im Vereinslokal kein Klavier vorhanden war.

 

Die Gründungsmitglieder Hermann Engeln, Albert Weiland, Adolf Rosema, Abel Norda und Wilhelm Nee

Die Gründungsmitglieder Hermann Engeln, Albert Weiland, Adolf Rosema, Abel Norda und Wilhelm Nee

Frohsinn und Geselligkeit wurden von Anfang an sehr gepflegt. In den späten Herbsttagen studierte man volkstümliche Theaterstücke ein, die in der Winterzeit, wenn die tägliche Arbeit weniger war, aufgeführt wurden. Die weiblichen Rollen wurden meist von den Schwestern oder Bräuten der Sänger gespielt. Als Forum diente ein Klassenraum der Moorschule, der entsprechend hergerichtet wurde. Die Bevölkerung kam fast vollzählig zu diesen Aufführungen, boten sie doch eine willkommene Abwechslung in dem sonst recht eintönigen Leben. Die Eintrittsgelder waren gering, reichten aber dennoch aus, um alle Vereinsmitglieder anschließend zu einem Fest in die Waldlust einzuladen. Aus diesen Anfängen entwickelte sich unser traditionelles Winterfest. In dieser Zeit wurde mit bescheidenen Mitteln das Fundament für das weitere Gedeihen des Gesangvereins gelegt.

Wie sah es im musikalischen Umfeld unseres Vereins aus? Im Gründungsjahr des Männergesangvereins Aschendorfermoor blickte der MGV „Fidelitas“ Papenburg bereits auf 29 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Der Gesangverein Liedertafel „Harmonie Papenburg“ bestand schon 65 Jahre, der Gesangverein Liedertafel „Arion“ 67 Jahre und der Männergesangverein „Liedertafel“ Aschendorf stolze 77 Jahre. Viele dieser schon damals renomierten Gesangvereine standen unter professioneller Leitung und hatten ihren festen Platz im Kulturleben der jeweiligen Gemeinden.

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